26.02.2010: Historie: Eine Legende erblickt das Licht der Welt
Der Mercedes-Benz 190 (Baureihe 201) wird 1982 vorgestellt und erobert sich rasch einen festen Platz als ‚kleiner Mercedes‘ oder ‚Baby-Benz‘. Doch wer hätte es gedacht: Über die Jahre und mehrere Motor- und Ausstattungsvarianten erwirbt er sich auch den Ruf eines kompakten Sportlers. Das gipfelt schließlich im Typ 190 E 2.5-16 Evolution II, der im März 1990 auf dem Automobilsalon Genf debütiert.
Eine erste Sportversion erscheint bereits 1983: Der 190 E 2.3-16 leistet 185 PS (136 kW) und beschleunigt in 7,5 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h. Im ähnlichen Bereich liegen die Messwerte des 1988 folgenden 190 E 2.5-16 mit einem modernen Sechzehnventil-Motor und 195 PS (143 kW). Das sind Bestwerte, die nach einem Einsatz im Motorsport rufen.
Schon 1985 wird der 190 E 2.3-16 als Rennsport-Tourenwagen von privaten Teams zunächst in Frankreich, ab 1987 auch in der DTM eingesetzt. Ab 1988 engagiert sich Daimler-Benz durch eine offizielle Unterstützung der Teams in der DTM. Ein Jahr darauf erscheint der 190 E 2.5-16 Evolution I - ein Rennwagen mit Straßenzulassung. Die Motorleistung ist unverändert, doch das Fahrwerk wurde für die Rundstreckenarbeit modifiziert. Der ‚Evo I’ dient als Basis für einen DTM-Tourenwagen der Gruppe A. Exakt 502 Stück werden gebaut, um die zur Teilnahme am Rennsport notwendige Homologation zu erlangen. In zahlreichen Rennen mischt er sehr erfolgreich mit. Doch die Ansprüche steigen. So ist es nur ein logischer Entschluss: Ein noch stärkerer ‚Evo’ muss her.
Er kommt in Form des 190 E 2.5-16 Evolution II und erlebt seine Weltpremiere im März 1990 auf dem Genfer Automobilsalon. Der 2,5-Liter-Motor des sogenannten ‚Evo II’ leistet nun 235 PS (173 kW) und das Drehmoment beträgt 245 Newtonmeter zwischen 5000/min und 6000/min. Damit beschleunigt das rund 1300 Kilogramm wiegende Auto in gerade mal 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Das Sportfahrwerk ermöglicht eine sehr exakte Fahrweise; ein unauffälliger Schalter links neben dem Lenkrad verstellt das Fahrwerk in drei Stufen in der Höhe. Sportsitze bieten Fahrer und Beifahrer Halt, die hintere Sitzbank hat zwei ausgeformte Einzelsitze. Schon äußerlich fällt der Evo II mit seinen Karosseriemodifikationen auf, die den Luftwiderstand verringern und den Anpressdruck an Vorder- und Hinterachse erhöhen. Besonders markant ist der große Heckspoiler, aber auch die Kotflügelverbreiterungen sorgen für einen Hingucker-Effekt.
So macht der Evo II im Wortsinn schnell Furore. Innerhalb von drei Monaten wird eine Kleinserie von 502 Stück produziert, um für den Rennsport zugelassen zu werden. Die Rennsport-Teams sehen ihn jedoch gerade mal als Basis für weitere Modifikationen an: Die Motorleistung wird auf deutlich mehr als 300 PS gesteigert und das Auto auf weniger als 1000 Kilogramm abgespeckt, was als Lohn der Mühe Höchstgeschwindigkeiten im Bereich von 300 km/h resultieren lässt. Wundert es, dass der Evo II damit auf der Rennpiste sehr erfolgreich mitmischt? 1992 wird das Engagement durch den DTM-Titelgewinn von Klaus Ludwig belohnt.
Mercedes Benz 190 E 2,3-16 / 2,5-16 in der DTM
1988: Mercedes steigt mit dem 190 E 2,3-16 werksseitig in die DTM ein. Motorradweltmeister Johnny Cecotto gewinnt mit dem 280 PS-starken Tourenwagen vier Rennen. Erfolgreichster Mercedes-Fahrer ist am Ende einer harten Saison der Schwabe Roland Asch, der Vizemeister hinter Ford-Pilot Klaus Ludwig wird.
1989: Mercedes bringt den Mercedes 190 E 2,5-16 Evo 1 an den Start. Roland Asch gewinnt gleich das erste Rennen auf dem Flugplatzkurs von Mainz-Finthen.
1990: Der Mercedes 190 E 2,5-16 Evo 2 mit seinem mächtigen Heckflügel debütiert. Klaus Ludwig hofft bis zum letzten Rennen auf dem Hockenheimring auf die Meisterschaft, am Ende siegt jedoch Hans-Joachim Stuck auf Audi V8.
1991: Wieder scheitern Mercedes und Klaus Ludwig denkbar knapp an Audi. Meister wird Frank Biela. Mercedes sichert sich die Markenwertung.
1992: Das erfolgreichste Jahr des Mercedes 190 E 2,5-16: Klaus Ludwig wird Meister! Am 24. Mai in Hockenheim gewinnt mit Ellen Lohr erstmals eine Frau ein DTM-Rennen.
1993: Der 380 PS-starke Mercedes 190 E 2,5-16 Klasse 1 muss sich in der DTM den neuen Alfa Romeo 155 geschlagen geben. Als kontinuierlicher Punktesammler holt sich Roland Asch zum Abschluss der Ära 190 die DTM-Vizemeisterschaft hinter Nicola Larini.
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